Freitag, 27. September 2013

Meine Tätigkeiten im Kloster

Seit Montagabend bin ich nun wieder da. Am Wochenende war ich zu Hause. Eigentlich gehe ich normalerweise nur alle zwei Wochenenden nach Hause, aber ich hatte noch anstehende Termine und so war es diesmal schon etwas früher.

Nun ist seit dem letzten Post immer wieder die Frage aufgetaucht: „Aber wie geht es dir denn im Kloster? Wie hast du dich eingelebt? Wie kommst du mit dem Tagesablauf zurecht? Arbeitest du immer in der Küche?“
Mir geht es gut hier. Ich schätze den geregelten Tagesablauf, die Mischung zwischen Gebet, Arbeit und Erholung. Ich gebe zu, das frühe Aufstehen am Morgen bin ich mich noch nicht so gewohnt, aber bis jetzt bin ich noch immer im Verlauf des Morgens richtig erwacht, auch wenn ich in der Laudes und beim Frühstück noch mit einem etwas schläfrigen Blick anwesend war. Dagegen habe ich aber einen Trick 77 entwickelt. Da wir beim Frühstück schweigen, kann jede vom Tisch gehen wenn sie fertig gegessen hat. Weil ich am Morgen wenig esse, bin ich meistens um 7.45 Uhr bereits fertig. Die Arbeit beginnt um 8.30 Uhr. Das heisst für mich, dass ich mich in der Zwischenzeit nochmals ins Bett legen kann und innerhalb wenigen Minuten einschlafe bis mich mein Wecker zur Arbeit auffordert.
Zur zweiten Frage; Ja, ich habe mich gut eingelebt, wenn man das schon so sagen kann. Auch wenn ich bereits einiges kenne, ist mir doch auch noch vieles fremd. Doch Fakt ist, ich fühle mich wohl und ich freue mich hier zu sein.
Für mich ist jeder Tag eine Überraschung, denn meine Arbeitsbereiche sind vielfältig. Ich bin meistens da wo man noch zwei weitere Hände gebrauchen kann. Am Dienstagmorgen war ich in der Küche und konnte bei den Vorbereitungen für das Mittagessen mithelfen. Nach dem Spülen am Mittag liegt dann jeweils noch einen Mittagsschlaf drin, was ich sehr zu schätzen weiss, denn das ist sogar in meinen jungen Jahren ein tägliches Muss 
Am Dienstagnachmittag wäre ich eigentlich auch in der Küche eingeplant gewesen, doch es ergab sich eine Planänderung, denn eine Schwester bekam Besuch und ich kam in den Genuss, einen Film über eine Missionsstation mit anzusehen, was sehr eindrücklich und interessant war. Es blieb dann nur noch wenig Zeit übrig für die Küche, doch in dieser Zeit bewachte ich die Milch auf dem Herd und passte gut auf, dass sie nicht davon lief.
Nach der Abendmesse, dem Essen, der Komplet und dem Spülen (ihr kennt ja den Ablauf vom ersten Post), stand mir und drei anderen Schwestern noch ein volles Programm bevor. Der Freundeskreis Kloster St. Klara und der Verein Kapuzinerkirche Stans luden ein zu einer Führung durch die Kapuzinerkirche und Klosterkirche St. Klara. Es war ein wirklich interessanter Anlass.
Um ca. 22.15 Uhr ging dann auch in meinem Zimmer das Licht aus. So war der Tag beendet.

Am Mittwochmorgen stand ich ebenfalls in der Küche. Das heisst, ich hatte zuvor noch Musikprobe mit zwei Schwestern. Ich lerne jetzt tüchtig Notenlesen. Ich spiele schon lange leidenschaftlich Musik, doch es gelang mir bisher noch nicht, mich mit dem Lesen der Noten anzufreunden. Da will mir jetzt eine geduldige Schwester auf die Sprünge helfen. Ihre Geduld ist durchaus gefordert, denn ich hätte wohl am zweiten Tag bereits schon wieder aufgegeben. Grundsätzlich bin ich eigentlich nicht so ungeduldig, aber wenn mir beim Musizieren etwas nicht gelingt, dann schon. Nun war am Mittwoch das Fest des Hl. Bruder Klaus von der Flüe, das heisst, die Abendmesse musste noch mit Musik ausgeschmückt werden. So war das gerade eine Gelegenheit, mein Gelerntes umzusetzen, deshalb die Musikprobe am Morgen. Ich bin in den vergangenen Tagen wohl nie so stark ins Schwitzen gekommen wie bei dieser Probe, denn das Notenlesen erforderte von mir höchste Konzentration und empfand ich als anstrengend.
Nach der Probe meldete ich mich in der Küche und fand mich ein zum Bohnen rüsten. Zwei Wäschekörbe voll Bohnen, das gab Arbeit für den ganzen Morgen.
Am Nachmittag hatte ich nochmals Zeit auf der Querflöte zu üben, damit am Abend alles klappt. Anschliessend stand ich in Trainerhose, T-Shirt und einem Strohhut, mit Hacken und Eimer im Garten zum Unkrautjäten. Die Arbeit an der frischen Luft und der warmen Sonne gefiel mir.

Am Donnerstag war ein spezieller Tag. Das heisst, der Morgen verlief wie üblich, mein Arbeitsbereich war Hausarbeit. Ich habe mit einer Schwester zusammen Toiletten geputzt, gewischt, etc. und anschliessend war ich nochmals kurz in der Küche und zwischendurch im Dorf zum Einkaufen.
Am Nachmittag hatte ich die Gelegenheit mal endlich aufs Stanserhorn zu fahren. Seit vier Jahren ist das immer wieder ein Ziel von mir, doch ich hab‘s nie geschafft. Nun aber hat es geklappt. Mit Sr. Franziska zusammen konnte ich diese „Reise“ antreten. Das Wetter war nicht perfekt, aber gut genug um die Aussicht zu bestaunen und in der Cabrio-Bahn zu fahren. Die Murmeltiere im Gehege waren ja zu niedlich. Vier kleine, braune, flauschige „Kopfkissen“ die herumrannten. Nach dem Rundgang auf dem Stanserhorn gingen wir ins Restaurant noch etwas trinken und anschliessend wieder runter ins Dorf. Wir freuten uns, dass sich das Wetter so wacker gehalten hat. Kaum zurück im Kloster fing es nämlich zünftig an zu regnen.

So, das war nun die Zusammenfassung der vergangenen Tage.

Bis bald

Sr. Franziska und ich auf dem Stanserhorn, zum Glück konnten wir gleich darauf den Regenschirm wieder in die Tasche packen.

Das echte Murmeltier und das möchtegern Murmeltier :-)



Auf dem Stanserhorn habe ich auf dem Boden dieses Hölzchen entdeckt. Das sieht aus wie ein Kreuz. Ich nahm es mit nach Hause als Andenken.

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