Samstag, 14. Juli 2018

Hugo und ich

Heute erzähle ich euch von Hugo…

Hugo ist mein Freund. Obwohl das Wort „Freund“ schon eine etwas engere Beziehung bezeichnet und so eng ist sie nun doch nicht.
Hugo ist braun (passend zu meinem kapuzinischen Kleidungsstil), er hat acht Beine und einen Durchmesser von ca. 6cm. Hugo ist ein – wie wir es bei uns in der Schweiz nennen – Zimmermann. Er ist eine Spinne und – in meinen Augen - doch nicht so ganz. Ich mag nämlich Spinnen nicht überaus gerne. Ich würde mal sagen, ein Zimmermann ist eine tolerierbare Spinne.

Vor ungefähr einem Monat habe ich ihn entdeckt in meinem Zimmer. Er hat sich’s in der Ecke vorne links gemütlich gemacht. Ich wollte ihn nicht vertreiben…ob es an meinem grossen Herz für Tiere lag oder daran, dass es mich ein bisschen gegraust hätte ihn anzufassen…ich bin mir da selber nicht so ganz im Klaren.
Trotzdem habe ich mal unauffällig mit ihm Kontakt aufgenommen und ihm gesagt: „Wenn du dort oben bleibst und keine Wanderschaften durch mein ganzes Zimmer unternimmst, dann darfst du bei mir wohnen.“ So blieb er mehrere Tage dort. Als ich dann einmal im Verlauf des Vormittags ins Zimmer kam, da wollte der Zimmermann meine Grenzen testen. Er hockte nämlich nun in der Ecke, hinten links und das war direkt oben bei meinem Bett. Damit war ich nicht einverstanden und das habe ich ihm auch gesagt: „Hör mal…die Abmachung war, dass du in der Ecke vorne sein darfst. Wenn das nicht klappt, dann haben wir nicht zu zweit Platz in diesem Zimmer. Also wenn ich du wäre, dann würde ich aber auf dem schnellsten Weg wieder an deinen Platz.“
Am Abend war er dann wieder an Ort und Stelle und da durfte er Weilen.
Anfang Juni war ich dann eine Woche in den Ferien und als ich zurückkam, war der Zimmermann tatsächlich noch da. Das brachte mich zu einem Schmunzeln und ich habe ihn für seine und meine Tapferkeit zu meinem neuen Haustier auserkoren. Mitte Juni hatte ich dann noch einmal eine Woche Ferien und ich dachte, er würde wohl in der Zwischenzeit ausziehen. Dem war nicht so. Als ich zurückkam, fand ich ihn an seinem gewohnten Platz.
Ich habe ihn für seine Ausdauer belohnt und gesagt: „Okay, wenn du dich also entschieden hast, bei mir zu bleiben, dann sollst du immerhin auch einen Namen haben.“ So habe ich mich entschlossen, ihn Hugo zu nennen.
Inzwischen habe ich Wikipedia gefragt, wie lange so ein Zimmermann leben kann. Da habe ich erfahren, dass die bis zu drei Jahren Lebensdauer haben können.
Ich weiss nicht, wie lange Hugo bei mir bleiben möchte (ich weiss ja auch nicht wie alt er bereits ist). Jedenfalls unternimmt er gerne ab und zu kleinere Ausflüge und da ist er paar Tage weg, bis er dann irgendwann wieder auftaucht.
Im Moment ist er gerade auch nicht da. Vielleicht ist er in die Sommerferien ins WC, denn da befindet sich ein sehr Hugo-ähnlicher Zimmermann. Oder vielleicht ist er auch endgültig bei mir ausgezogen. Wir werden sehen…

Liebe Grüsse
Sr. Lea

Montag, 11. Juni 2018

Bei uns zu Gast - ein Gastbeitrag

Am 25. Mai, durfte ich Mirjam an unserer Klosterpforte begrüssen. Da sie bis Ende Juni bei uns zu Gast ist, habe ich sie angefragt, ob sie sich vorstellen könnte, sozusagen einen Gastbeitrag auf dem Blog zu schreiben. Es freut mich, dass sie dazu bereit ist zu erzählen wie es ihr in unserer Mitte geht und was sie erlebt. Herzlichen Dank, Mirjam!


Mirjam:

„Stans“ erscheint es auf dem Monitor und mein Herz schlägt etwas schneller. Ich bin sehr aufgeregt, habe keine Ahnung, was mich gleich erwarten wird im Kloster St. Klara. Dann endlich hält der Zug an. Schwer beladen zücke ich mein Smartphone um mein GPS einzuschalten. Und tatsächlich – nach einem kurzen Fussmarsch stehe ich vor einem grossen Gebäude mit einer alten Klingel. Nach kurzem Durchatmen ziehe ich sanft daran. Nichts passiert. Die Aufregung steigt. Ich ziehe fester daran, und kurz darauf öffnet sich die Tür.

Bei einem Tee aus dem Klostergarten und ein paar süssen Gebäcken sitze ich mit Sr. Lea und Sr. Sabine zusammen in einem grossen Raum. Dem Anschein nach ist es der Speisesaal. Es ist etwas dunkel darin und irgendwie komme ich mir gerade etwas klein und verloren vor und traue mich zuerst fast nicht, von den feinen Gebäcken zu kosten. Etwas ahnungslos frage ich während des Plauderns mit den beiden Schwestern nach dem Tagesablauf hier im Kloster. Sr. Lea stellt ihn mir vor. Darunter 5 Gebetszeiten jeden Werktag.

Erwartungsvoll steige ich die knarrenden Holztreppen empor und die ebenso laut knarrenden Gänge entlang. Im zweiten Stock angelangt darf ich zwischen zwei Zimmern wählen. Das eine ist etwas grösser mit Blick in den Innenhof, das zweite ist etwas kleiner mit Blick auf die Stanser Hügel und in den grossen Klostergarten. Ich nehme das zweite Zimmer und bekomme von Sr. Sabine sogar noch eine Namenstafel an die Zimmertür geklebt mit meinem Namen und einem Schmetterling. Dass mich das Symbol des Schmetterlings schon seit längerem begleitet auf meinem Glaubensweg, erzähle ich ihr nicht. Nicht jetzt. Vielleicht später einmal wenn ich sie etwas besser kenne. Ich sehe mich in meinem Zimmer um. Es hat ein Bett, eine Art Nachttische, ein Pult, einen Schrank und zwei Stühle – und ein Lavabo mit Spiegel. Nach allem was ich bis jetzt über das Kloster gehört habe, ist mein Zimmer dagegen geradezu luxuriös eingerichtet. Es gleicht weder einer Gefängniszelle noch einer alten Besenkammer. Im Gegenteil: es lässt sich gut darin wohnen.

Es ist 17:15 Uhr, die Vesper beginnt gleich. Etwas unruhig sitze ich auf meinem Platz. Gleich geht es los, denke ich, und schaue mich in der Klosterkapelle um. Vorne ein grosses Kreuz mit einem Corpus daran. Unten sechs goldene Kerzenständer mit langen weissen Kerzen. Wir beten und singen Psalmen, wir knien, wir stehen, wir sitzen und wir suchen alle nach Gott. Ob er unser Suchen sieht?, frage ich mich und währenddessen erklingen auch schon die nächsten Töne aus der Orgel. Kann ich mir so ein Leben vorstellen? Ich sehe all diese Schwestern mit der bekennenden Klosterbekleidung und der langen Kopfbedeckung. Alle haben sie ein Versprechen abgelegt, hier zu bleiben und hier zu leben. Ich für mich weiss es nicht. Noch nicht. Doch ich werde es herausfinden.
Es gibt Abendessen im Kloster St. Klara. An meinem Platz steht ein Willkommens-Schild mit meinem Namen darauf. Sr. Sabine stellt mich den Schwestern noch persönlich vor. Ich bin hier willkommen – das merke ich sofort.



Das ist jetzt schon eine ganze Weile her. In dieser Zeit habe ich viel erlebt und kennengelernt über das Klosterleben.
Der Tag beginnt um 7:00 Uhr mit der Laudes. Ungern und noch etwas verschlafen trenne ich mich jeweils von meiner warmen und kuscheligen Decke, und mache mich bereit für den Tag. Manchmal bin ich ganz froh, wenn ich in der Laudes einfach still da sein und den Gesängen lauschen darf. Anschliessend gibt es Frühstück. Noch etwas ungewohnt war am Anfang für mich, dass währenddessen geschwiegen wird. Doch habe ich mich schnell daran gewöhnt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich froh, dass ich am Morgen früh nicht schon viel sagen muss. Während ich den letzten Schluck meiner Ovo austrinke, freue ich mich darauf, mich nach dem Frühstück noch einmal etwas hinlegen zu können bis der Morgen in der Küche für mich beginnt.
Pünktlich um 9:00 Uhr stehe ich mit meinem blau-weiss gestreiften Schürzchen in der Küche. Ich wasche das Geschirr vom Frühstück ab und beginne mit den Vorbereitungen für das Mittagessen. Dazu gehört fast immer das Waschen des Salates aus dem Klostergarten und der rot leuchtenden Erdbeeren. Welch ein Luxus, jeden Tag frische Erdbeeren servieren zu dürfen… Gemeinsam mit Schwester Franziska bereite ich ein leckeres Mittagessen vor. Heute gibt es gefüllte Eier mit einer selbstgemachten Maionnaise. Mit grossen Augen frage ich Schwester Franziska wie man denn selber Maionnaise herstellen kann, während ich zwei rohe Eier aufschlage um das Eigelb vom Eiweiss zu trennen. Ich sehe ihr gespannt dabei zu während ich die dicken und bereits geschälten Eier halbiere und das Eigelb herausnehme. Als die Maionnaise fertig ist, nehme ich einen Spritzsack hervor und wir füllen die gelbe, schimmernde Masse in die gekochten Eiweisse und den Resten der Masse füllen wir in zwei Gefässe. Sie sind als Sauce zu den Kartoffeln gedacht - und schmeckt ausgezeichnet.
Ich habe hier im Kloster auch gelernt, wie man Herz-Jesu-Krapfen bäckt. Eines Nachmittags habe ich mit Schwester Franziska zusammen vier Bleche solcher Kunstwerke angefertigt. Sie sind sehr aufwändig und extrem schön zum Anschauen – und natürlich lecker zum Essen. Mit dem wundschönen Herz-Jesu-Aufdruck sieht man diesen Kräpfchen an, dass es sich dabei um eine Klosterspezialität handeln muss. Als wir sie gestern gebacken hatten, durfte ich mir ein paar davon aussuchen und auf mein Zimmer nehmen. Gut verpackt in eine Box warten sie geduldig auf den Besuch meiner Eltern und meines Bruders.

An einem anderen Nachmittag haben wir gemeinsam Änis-Kekse gebacken. Auch hier haben wir wieder Muster in die Kekse gestanst. Jedoch sind die Änis-Kekse im Gegensatz zu den Krapfen nicht mit einer Nussfüllung versehen. Unter den vielen kleinen Änis-Keksen sind auch ein paar grosse dabei – schöne grosse Änisherze, welche ich an meine Liebsten verschenken werde.

Der Nachmittag wird dann wieder mit einem Gebet geschlossen, mit der Vesper. Diese findet jeweils vor dem Abendessen statt. Und nach dem Abendessen treffen wir uns jeweils in der Kapelle fürs letzte Gebet am Tag, dem Komplet.

Hier im Kloster St. Klara habe ich nicht nur viele kulinarische Dinge erlebt und gelernt, ich habe auch als Mensch viel dazugelernt. Momentan befinde ich mich in einem Zwischenjahr zwischen Matura und Studium. Es war schon immer ein Wunsch von mir, einmal in einem Kloster eine gewisse Zeit lang mitleben zu können und den Klosteralltag kennenzulernen. Diese Gelegenheit habe ich nun bekommen. Anfangs hatte ich etwas Mühe mit den vielen Gebetszeiten. Noch nie habe ich so viel gebetet wie hier im Kloster. Und am Anfang fand ich es ganz schön viel, fünfmal am Tag zu beten. Doch habe ich mich schnell daran gewöhnt. Und inzwischen kann ich das Gebet sogar geniessen. Auch die Atmosphäre hier im Kloster finde ich sehr schön und harmonisch. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und empfangen. Und es ist ein wunderbarer Ort, um zur Ruhe zu kommen und über das Leben nachzudenken. Ich fühle mich hier wohl und werde sicher auch noch bis Ende Juni da bleiben. Dann sehe ich weiter.

Mirjam Lütolf


Freitag, 23. März 2018

Gesät ist die Hoffnung

Liebe Leserinnen
Liebe Leser

Vor ein paar Tagen bekam ich per Whats App den Spruch zugeschickt: „Ich spüre das Tier in mir….es ist ein Faultier“ – ich musste ziemlich schmunzeln als ich das las und fand den Spruch recht passend, besonders wenn ich daran denke wie lange mein letzter Blogeintrag zurückliegt. Nein, ich habe dem Blog natürlich nicht den Rücken gekehrt, ich habe mich lediglich dem Tier in mir ergeben.

Jetzt sitze ich mit meinem Laptop auf einer Bank in der Frühlingssonne. Ja ich war der Ansicht, dass es doch ziemlich öde ist, im Büro zu sitzen, wenn ich schon die Gelegenheit habe das Büro an die frische Luft zu transportieren. Die Sonne wärmt und die frische Frühlingsluft ist wohltuend. Der Nachteil ist, dass ich den Bildschirm nicht so sonderlich gut sehen kann, weil mich die Sonne etwas blendet. Aber als vorhin eine Wolke vorüberzog, fand ich es auch nicht besser – im Gegenteil. Niesen muss ich auch ab und zu. Aber zum Glück nicht weil ich erkältet wäre, sondern weil ich mich zu den sogenannten „Sonnen-Nieser“ zähle. Man nennt diese Phänomen auch Photischer Niesreflex, wie mir Wikipedia erzählt hat. Von daher ist es immer ein verheissungsvolles Zeichen, wenn ich niesen muss.

Heute Morgen hatte ich ziemlich Ärger mit dem Homepage-Programm, dieses ist gestern Abend nämlich abgestürzt als ich unsere Homepage aktualisieren wollte und nun habe ich keinen richtigen Zugriff mehr darauf. Fast den ganzen Morgen habe ich verplempert, eine Lösung zu suchen, mit dem Ergebnis, dass ich nun trotzdem den Computerfachmann brauche für dieses Problem – tja, das gab meinem Ego einen kleinen Knicks ;-)

Am vergangenen Wochenende, fand das „Wochenende in der Klostergemeinschaft“ statt (hätte ich die Homepage aktualisieren können, so wären jetzt Fotos aufgeschaltet…aber eben…zu einem späteren Zeitpunkt dann). Vier Frauen haben mit uns dieses Wochenende geteilt und wir waren unterwegs mit dem Thema „Gesät ist die Hoffnung“. Dazu gab es biblische Einheiten, malerische/gestalterische Vertiefung, Gebets- und Essenszeiten mit der ganzen Gemeinschaft, Austausch in der Gruppe, Zeiten der Stille…um hier einige Punkte zu nennen. Das Ziel dieser Wochenendangebote ist, den Frauen einen Rahmen zu ermöglichen, in dem eine kurze Auszeit von der Hektik des Alltags möglich wird, einen Raum, der Platz bietet, sich mit sich selber und seiner je eigenen, persönlichen Beziehung zu Gott auseinander zu setzen.

„Gesät ist die Hoffnung“ – ich finde es ein passendes Thema im Hinblick auf die bevorstehende Osterzeit. Eine Aussage die mich in den letzten Tagen auch sehr bewegt, ist folgende:
„Die Erfahrung, dass aus einer Wunde ein Wunder werden kann.“ (Aus dem Buch „Shibashi“ von Barbara Lehner und Antoinette Brem). Das wäre für mich eine treffende Kurzfassung vom Ostergeheimnis.

Ich trage diese Aussage in die kommende Karwoche hinein und hindurch, bis zu Ostern hin und wünsche euch allen noch eine gute Zeit auf dem Weg nach Ostern und darüber hinaus.

Bis bald!
Sr. Lea

Dienstag, 23. Januar 2018

Der Festtagsgruss

Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Während ich hier am PC sitze, unterstützen mich Alphornklänge und Vogelgezwitscher im Denken. Obwohl ich mir nicht so ganz sicher bin ob es mein Denken wirklich in den Fluss bringt oder mich doch eher ablenkt. Aber immerhin bietet mir diese Musik Gesprächsstoff und ich möchte euch gerne erzählen warum im Kloster um diese Uhrzeit an einem gewöhnlichen Mittwochmorgen Alphornklänge zu hören sind.

Also so ganz gewöhnlich ist eben der heutige Mittwoch nicht. Denn diese Klänge sind immer ein Zeichen dafür, dass wir etwas feiern.
Unsere bald 95- jährige Mitschwester hat einen kleinen Kassettenrekorder (und eine Vorliebe für Alphornmusik). Weil sie am Morgen durch ihr stattliches Alter etwas länger Zeit braucht, kommt sie am Morgen nicht mit uns an den Tisch zum Frühstück, sondern sie nimmt es im Zimmer zu sich. Dies bietet ihr die Gelegenheit, auf ihre Art und Weise ein Fest anzukünden. Sie deponiert ihren Rekorder fein säuberlich auf ihrem Rollator vor dem Zimmer, im Gang. Die Lautstärke wird dann hochgeschraubt bis es nicht mehr geht, damit es auch im ganzen Kloster zu hören ist und…“Play“.
Ja und dann wird die Kassette durch „gedudelt“.
Gerade stelle ich fest, dass die Musik aufgehört hat…verhältnismässig früh. Vielleicht hat sie sich entschieden, heute nur mal die eine Kassettenseite abzuspielen.
Ach ja und ihr fragt euch bestimmt, was wir denn heute feiern. Heute ist der Gedenktag des Hl. Franz von Sales, deshalb feiert unsere Sr. Salesia ihren Namenstag.

Nun sind wir gespannt, zu welchem Anlass die Alphornmusik das nächste Mal erklingen wird.

Euch allen wünsche ich einen guten Mittwoch!

Liebe Grüsse
Sr. Lea

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Advent

Inzwischen hat die Adventszeit begonnen. Bei uns im Kloster spürt man die vor allem aufgrund der Adventsarrangements, der vorweihnächtlichen Liturgie, die beiden schönen Adventskalender im Refektorium, die Briefpost die sich beinahe verdreifacht hat und vor allem auch die Tischgebete die adventlich geworden sind.
Heute Mittag hat uns genau so ein adventlicher Kehrvers vor dem Tischgebet einen zünftigen Lachanfall beschert. Geplant wäre der Text so gewesen: „…und rette dein Volk.“ Als dann aber jemand versehentlich „…und strecke dein Volk“ gesungen hat, brach in der Gemeinschaft ein herzhaftes Lachen aus. Das ist doch wunderbar! Gemeinsam Lachen zu können, fröhlich zu sein, hat für mich viel mehr mit Weihnachten zu tun als alle To Do –Listen die man vor den Festlichkeiten noch abzuhacken hat.

Heute Nachmittag war wieder Heimgruppenunterricht und ich habe mit den sechs Kindern das Lied „Zimetschtern hani gern“ von Andrew Bond gesungen. Ich habe festgestellt, dass ich ganz tüchtige und ebenso fröhliche Sängerinnen und Sänger bei mir in der Gruppe habe. Ich habe eine Aufnahme gemacht um sie den Kindern als Andenken per CD zu schenken. Einer der Jungs fand zwar, ich müsste doch das Lied ins Internet stellen, damit es alle hören können. Das werde ich nicht tun, ich bleibe lieber bei meiner Ursprungsidee  Aber dieser Singplausch war für mich auch so richtig adventlich, schön!

Vor ein paar Wochen habe ich sozusagen ein Weihnachtsgeschenk an mich realisiert. Ich habe unsere Kloster-Homepage frisch gemacht und aufgeschaltet. Es hat mir riesig Spass gemacht, daran herumzubasteln und zu tüfteln. Und nun, da sie jetzt soweit fertig ist, ist es wirklich ein kleines Geschenk…sozusagen ein vorgeschossenes Weihnachtsgeschenk.

Jetzt wünsche ich euch allen eine schöne Adventszeit…Licht …Frieden….Freude….Wärme…möget ihr mit all dem beschenkt sein in diesen Tagen und darüber hinaus!

Liebe Grüsse
Sr. Lea

Montag, 23. Oktober 2017

"Gott ist mein Licht und mein Heil" (Psalm 27,1)

Der erste Vers aus dem Psalm 27 gab uns den Titel für das Sommerwochenende bei uns im Kloster, welches am vergangenen Wochenende stattgefunden hat.
„Gott ist mein Licht und mein Heil“ – wie es der Titel schon sagt, befassten wir uns mit der Thematik „Heil-sein“, „Heil-werden“.
Am Samstagnachmittag machten wir uns vertraut mit der biblischen Geschichte „Die gekrümmte Frau“. Wir haben uns die Geschichte angehört und haben uns unser ganz individuelles Bild davon gemacht. Wir haben uns diese Szene vorgestellt…wie sieht diese Synagoge aus?...wo steht Jesus? Wie sieht er aus?...Wo sitzt die Frau? Wie sieht sie aus?...Wo sind die anderen Leute die sich im Raum befinden?
Mit diesen und noch mehr Fragen haben wir uns dem Bibeltext genähert.
Anschliessend zogen sich die Teilnehmerinnen zurück und schrieben ihre Gedanken auf. Vielleicht gab es Gefühle die wach wurden…Erinnerungen…Wünsche…Zweifel…Fragen…all das durfte aufgeschrieben werden und blieb bei der Verfasserin.

Wir versammelten uns um 18.00 Uhr zur Vesper und anschliessend zum Nachtessen mit der ganzen Gemeinschaft. Nach dem Essen beteten wir die Komplet, die letzte, gemeinsame Gebetszeit des Tages.

Das Abendprogramm hatte ebenfalls mit dem Thema Heilung zu tun. Wir schauten uns zusammen den Film „Himmelskind“ an, wo ein Mädchen wie durch ein Wunder von seiner schweren und medizinisch unheilbaren Krankheit geheilt wurde. Mich hat der Film sehr berührt und musste des Öfteren mein Taschentuch zücken um mir die Tränen zu trocknen.

Am Sonntagnachmittag beschäftigten wir uns noch einmal mit demselben Bibeltext vom Vortag. Wir haben uns darüber ausgetauscht und ich war erfreut über die angeregte Diskussion. Anschliessend gab es eine kreative Einheit, in der jede ein Bild malen konnte zu dieser Heilungsgeschichte. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Bilder aussahen. Mit vielen verschiedenen Farben drückten die Teilnehmerinnen aus, was sie fühlten und was sie bewegte.

So durfte ich ein schönes, spannendes und anregendes Wochenende erleben, zusammen mit mir bekannten Personen und zusammen mit mir unbekannten Personen, die ich ein bisschen kennenlernen durfte.

Euch allen eine gute Woche!
Sr. Lea